Technik

Die Wissenschaft der SD Speicherkarten

Posted in Technik on August 21st, 2009 by admin – Be the first to comment

Da meine neue geliebte digitale Spiegelreflexkamera nun SD Speicherkarten, statt wie meine alte CF Karten, frisst wurde ich mit der Produkt- und Preisvielfalt von diesen konfrontiert. Vorher habe ich mich damit nie großartig auseinanderstezen müssen, denn für MP3s waren die billigsten immer schnell genug.
Für die Kamera muss es natürlich dann was schnelleres sein. Also mit einer gewissen Grundnaivität ab in den nächsten großen Elektronikmarkt. Im Kamerahandbuch stand man sollte mindestens eine Class 6 SD Karte verwenden, damit Videos auch unterbrechungsfrei aufgezeichnet werden. Da stand ich dann vor dem Regal mit SD Karten, das gefühlte 10 mal größer schien, als beim letzten mal. Dieses mal reichte es aber auch nicht aus Preis durch Speicherkapazität zu teilen, um das Produkt mit der (für die niedrigen Anforderungen des MP3-Players) besten Preisleistung zu finden. Nun kam noch das Kriterium Schreibgeschwindigkeit hinzu, eine Information die natürlich nicht genauso Fett und Groß wie der tolle aufregende Name und Größe der Karte auf der Vorderseite steht. Dooferweise kamen irgendwelche selten dämlichen Verkäufer auf die Idee ein lustiges Stück farbige Pappe mit in die Anti-Diebstahl-Sicherheits-Box zu packen, damti man auch ja nicht an die wirklich interessanten Informationen kommt. Nachdem für mich erhebliche Preisunterschiede alleine durch die frontseitigen Informationen nicht zu erklären waren, bin ich erst einmal ohne neues Speichermedium wieder gegangen. Zu Hause ging es dann erst mal an das Studieren der SD Speicherkartenwelt und um anderen vielleicht ähnliche Erfahrungen zu ersparen, möchte ich meine Erkenntnisse (die sicher alles andere als vollständig sind) an dieser Stelle publizieren.

Es gibt 3 Arten von SD Karten:

  • SD (Secure Digital) – Bis 2 GB
  • SDHC (SD High Capacity) – 4 bis 32 GB
  • SDXC (SD eXtended Capacity) – 32 GB bis 2 TB

Alle aktuellen Geräte unterstützen in der Regel SD und SDHC. SDXC wurde erst dieses Jahr als Spezifikation veröffentlicht und es dürfte auch noch kein Gerät geben, welches diese unterstützt.
Eine weiter Information, die man glücklicherweise auf der Karte selbst sehen kann, ist eine garantierte Mindesttransferrate. Diese ergibt sich aus derzeit 4 Klassen:

  • Class 2 – mindestens 2 MB/s
  • Class 4 – mindestens 4 MB/s
  • Class 6 – mindestens 6 MB/s
  • Class 10 – mindestens 10 MB/s

Was einem jetzt am Regal natürlich zum Verhängnis wird, ist das Wort “mindestens” und eventuell weitere Geschwindigkeitsangaben der Hersteller. Teilweise wird dann auch nur mit der maximalen Lesegeschwindigkeit geworben (die mir eigentlich recht egal ist, solange sie nicht unter der Schreibgeschwindigkeit liegt. Bin ich erst mal zuhause, hab ich genug Zeit die Bilder zu lesen. Ist der Cache beim Fotografieren, aber erst mal voll und die Daten tröpfeln nur auf die Karte, hat das für mich einen gewissen Frustfaktor)

Auf robgalbraith.com gibt es einen schönen Testbericht, mit vornehmlich Canon und Nikon Kameras, welche Geschwindigkeiten eine Karte in dem jeweiligen Modell hat.

Ich persönlich habe jetzt 2 SD Karten im Einsatz, eine Class 2 und eine Class 6. Solange man keine Videos aufnimmt und nur JPEG speichert, bin ich der Meinung kommt man mit den günstigeren Class 2 Karten gut aus. Bei JPEG Aufnahmen ist der Cache in der Regel ausreichend, um eine etwas längere Serienbildsequenz aufzufangen. Bei RAW Fotos würde ich dann zu einer Class 6 oder mehr raten. Für HD Videos kommt man gar nicht an der Mindestanforderung vorbei, mit der Class 2 Karte war nach 11 Sekunden Video schluss.

Weitere Informationen zum Thema SD Karten findet man bei der SD Assosiation.